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CGM-Tarifwerk Phönix ist Blaupause für Tarifzukunft
Arbeitgebervereinigung BDA unterstützt flexible Tarifpolitik der CGM – Druck auf DGB wächst
Tarifliche Regelungen, für die man die Christliche Gewerkschaft Metall über Jahre hinweg verunglimpft, diffamiert und als Dumping-Tarifvertragspartner bezeichnet hat, werden mehr und mehr von IG Metall und ihren Repräsentanten jetzt übernommen.
Als die Christliche Gewerkschaft Metall gemeinsam mit OSTMETALL das Tarifwerk "Phönix" vor 5 Jahren ausgehandelt hatte, nahm dies die IG Metall zum Anlass, nun endgültig der CGM den Gar aus machen zu wollen. Seither bemüht sie die Gerichte und behauptet dort nach wie vor dreist, wie offenbar unwissend, dass es sich mit den darin vereinbarten Regelungen zum Thema Arbeitszeit, Entgeltstruktur, Leistungsentgelt, Arbeitsbewertungssystem, Erfolgs- und Mitarbeiterbeteiligung, Altersteilzeit und Zeitkonten um Gefälligkeitsabschlüsse im Sinne der Arbeitgeber handele.
In der Zwischenzeit wird die IG Metall durch die Praxis und wohl – so kann man positiv annehmen – auch durch geistige Weiterentwicklung, immer mehr "zum Erfüllungsgehilfen" der tarifpolitischen Ideen der Christlichen Gewerkschaft Metall. Am 28.08.2002 ist im Handelsblatt nachzulesen, dass die IG Metall laut ihrem Forum "tarifpolitische Innovation" darin sieht, dass man
- niedrige Einstiegslöhne
- gemeinsames Entgelt
- Arbeitszeitkonten mit bis zu 165 Plus- und 100 Minusstunden
- zuschlagsfreie Arbeit täglich bis zu 10 Arbeitsstunden
- tarifliche Monatsarbeitszeit von bis zu 198 Stunden zulässt
- Übertragung von mehr Gestaltungsspielraum auf die Betriebspartner
für zukunftsfähig und zum Erhalt des Flächentarifvertrages als notwendig erachtet.
Darüber hinaus hört man von z.B. Klaus Lang, "Chefdenker der IG Metall", dass er sich für eine Öffnung betrieblicher Gestaltungsspielräume, Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand und Gewinnbeteiligung ausspreche. Dies seien für ihn "tarifpolitische Schlüsselthemen der Zukunft". Nachzulesen in der Frankfurter Rundschau am 17. bzw. 27. Mai 2002.
Auch IG Metall-Chef Zwickel meint "neue Wege wagen" und fordert betriebliche Ergebnisbeteiligung. So geschehen im Rahmen des Zunkunfskongresses der IG Metall am 13. bis 15. Juni 2002 in Leipzig! Dort sprach sich Zwickel sich auch für eine Öffnung der Flächentarife zu Gunsten betrieblicher Vereinbarungen, z.B. zusätzlicher Einkommensbestandteile oder Ergebnisbeteiligungen aus.
Neben bisher weiteren zahlreichen Beispielen räumte unter anderem am 06.08.2008 IGM-NRW-Bezirksleiter Burkhard in einem Interview ein, die Gewerkschaften könnten die 35-Stunden- Woche „möglicherweise nicht mehr für den Einzelnen, sondern nur noch im Betriebsdurchschnitt“ durchsetzen und plädiert für flexible Regelungen: "Bei manchen belastenden Tätigkeiten müssen wir über weitere Verkürzung reden. Andererseits müssen wir dem Projektingenieur Lösungen anbieten, der mit 32 Jahren ein Riesenarbeitspensum absolviert und mit 37 vielleicht ein halbes Jahr kürzer treten will, weil er ein Haus baut."
Es ist deshalb geradezu grotesk, wenn die Gewerkschaftsfähigkeit der Christlichen Gewerkschaft Metall von der IG Metall maßgeblich mit dem Argument bestritten wird, die CGM sei nicht in der Lage, zukunftsfähig Tarifpolitik zu gestalten!
Verbindet man die zwischenzeitlich eingetretene Erkenntnis der IG Metall mit der Tatsache, dass ihr bis heute in Scharen die Mitglieder davonlaufen, die CGM aber trotz Imageverlust der Gewerkschaften (den die CGM immer mit abbekommt, weil man nicht differenziert), relativ stabile Mitgliederazhlen aufweisen kann, spricht das für die Weitsicht unserer Tarifpolitik. Bei der IG Metall scheint man nun offenbar zu begreifen, dass sie nur Zukunft hat, wenn sie sich auch tarifpolitisch genau in die Richtung bewegt, welche die CGM seit Jahren vorgibt. Letztlich wurde unsere Arbeit auch durch die Entscheidung des BAG zur Tariffähigkeit bestätigt.
2008 sind nur noch 18% der deutschen Arbeitnehmer/innen Mitglied einer Gewerkschaft! Mit 82% Unorganisierten in der deutschen Wirtschaft – davon ein Großteil auch noch in der Metall- und Elektroindustrie wie im Handwerk – steht allen Gewerkschaften ein derart großes Betätigungsfeld und Reservoir zur Verfügung, dass es aberwitzig ist, wenn die IG Metall weiterhin auf ihrem Monopolanspruch als alleinvertretungsberechtigte Gewerkschaft in Deutschland beharrt. Die Zeiten der Monopole sind so überholt wie die der Dinosauriere!
