Gewerkschaftstage

Grußworte und Referenten zum Thematag der CGM am 16. Oktober 2009 in Köln

Dieter Balkhausen warnte davor, dass die Methoden und die Gefahren, die von den neuen Strategien der großen „Player“ an den Finanzmärkten ausgehen, nicht unterschätzt werden dürfen. Konkret nannte er Hedgefonds, Private Equity und Derivate. Gefährdet dadurch sind mittlerweise die Banken, Unternehmen und die Internationale Finanzwirtschaft als Ganzes. Ihr Einfluss reiche in Deutschland bereits in Dutzende der hundert größten Aktiengesellschaften. Das Problem, das hierin besteht, ist, dass sie die Macht ihres Kapitals diskret ausüben, so Balkhausen, deshalb, weil die Chefs und einzelne Aufsichtsräte zwar unter Druck gesetzt würden, diese indes aber kaum öffentlich Kritik üben, weil sie es sicht nicht mit den eventuellen Machthabern verscherzen wollen.

 

Bei den Risiken und Nebenwirkungen gehen sie von ihrem Versprechen hoher Rendite an ihre Kunden aus. Die Unternehmenskultur und die Firmengeschichte spielen dabei keine Rolle.

 

Die Finanzinvestoren beherrschen nicht nur die Firmenübernahmen sondern beherrschen auch Autokonzerne, Maschinenbauer, Zeitungsverlage und Wohnungsgesellschaften und beherrschen damit schon fast 1 Million Arbeitsplätze.

 

Das Bedauerliche, so  Balkhausen, ist, dass hier das Finanzgebaren nach angloamerikanische Regeln abläuft: reine Kapitalmarktorientierung, vierteljährliche Berichtspflicht und beispielhaft die Gewinnoptimierung zugunsten der Aktionäre. Damit ist es auch erklärbar, warum trotz guter bis prächtiger Gewinne Entlassungswellen folgen.

 

Es ist nicht verwunderlich, dass die am Kapitalmarkt orientierte Politik vieler Spitzenmanager besorgt sind, dass hohe Gewinne einher gehen mit Verlust von Arbeitsplätzen. Unverständlich für Balkhausen, die gewaltigen Einkommen der Spitzenleute, die einerseits von ihren Mitarbeitern Maßhalten fordern, aber andererseits Millionen für sich abkassieren.

 

Die wild wuchernden und global agierenden Fonds müssen genauso überwacht werden wie die Banken und der Wertpapierhandel. Die Globalisierung der Finanzmärkte stellt heute eine Gefahr einer vergleichbaren Machtposition von Akteuren dar. Es sind nicht Staaten oder Regierungen, sondern vielmehr private Finanzinstitute. In einigen wenigen internationalen Finanzzentren treffen sie Entscheidungen, die tief in die wirtschaftliche Prozesse eines großen Teils der ganzen Welt eingreifen. Die Volkswirtschaften Deutschlands und anderer europäischer Staaten, auch südostasiatische und einige südamerikanische Volkswirtschaften, geraten zunehmend unter die Herrschaft der privaten Finanzmanager in den internationalen Finanzzentren. Dies macht, so Balkhausen, den Raubtierkapitalismus so unberechenbar.