TitelthemaVorbereitungen laufen an
Betriebsratswahlen 2010
Vorwort
Liebe Kolleginnen
und Kollegen,
Experten sind sich sicher, 2010 wird ein Jahr der Entscheidung. Zwar scheint sich die Wirtschaft wieder gefangen zu haben, auch dank der Konjunkturpakete und der gesunkenen Energiepreise; inwieweit die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr und darüber hinaus aber im Zaum gehalten werden kann, bleibt ungewiss.
Unbestritten hat die Regelung und Handhabung der Kurzarbeit Arbeitsplätze gesichert. Bedauerlicherweise haben in der Kurzarbeit aber nur etwa 1,2 Prozent der Arbeitnehmer an Programmen zur Weiterbildung und Qualifizierung teilgenommen. Insoweit müssen jetzt deutlich mehr Beschäftigte in solche Maßnahmen geschickt werden. Maßnahmen des lebenslangen Lernens sollten darüber hinaus verstärkte Aufmerksamkeit erfahren. Weil eine verlängerte Kurzarbeitsregelung nicht ausreicht, viele Firmenkassen auch leer sein dürften, wird es entscheidend darauf ankommen, ob und wie praktikable tarifliche und betriebliche Beschäftigungssicherungsvereinbarungen neu getroffen und wie die Tarifentgeltrunden des Frühjahrs gestaltet werden können.
Die Tarifpolitik muss diesmal neben der Arbeitsplatzsicherung besonders auch eine angemessene Einkommenserhöhung zum Ziel haben. Deshalb wird es im kommenden Jahr in erster Linie darum gehen, trotz steigender Arbeitslosenzahlen bei den Menschen keine neuen Zukunftsängste zu erzeugen. Das Geld, das der Einzelne bar auf die Hand erhält, darf nicht gleich in den Sparstrumpf wandern. Dazu müssen Politik und Wirtschaft wieder mehr Vertrauen bieten und überzeugendere Antworten zur Überwindung des schwachen Konsums, der drohenden Kreditklemme, dem weiteren Anstieg des zu starken Euro und für den Abbau des gigantischen Schuldenberges anbieten.
Wir müssen in unseren Betriebsgruppen und Tarifkommissionen deshalb darum ringen, welche Tarifforderungen in Zeiten der Krise notwendig sind. Schließlich waren wir es, die Arbeitsplatz- und Einkommenssicherung mit als Erstes z. B. durch tarifliche Arbeitszeitkontenregelungen sowie Gewinn- und Erfolgsbeteiligungsmodelle betrieben und den Weg für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen ebnen halfen.
Wir treten ein für eine gleichmäßigere Verteilung von Flexibilisierungsrisiken und den Vorrang des „Fördern“ vor dem „Fordern“ in der Arbeitsmarktpolitik. Über starke betriebliche Interessenvertretungen müssen wir uns daher noch weiter zu einer modernen Mitgliedergewerkschaft entwickeln. Macht deshalb mit, mischt Euch ein, werbt für unsere KandidatInnen bei der bevorstehenden Betriebsratswahl!
Glück Auf 2010!
Adalbert Ewen