DGZ Ausgabe Mai / Juni 2010
Titelthema
Programmatische Erneuerung
CGM stellt Weichen für die Zukunft

Vorwort
Liebe Kolleginnen
und Kollegen,
die Betriebsratswahlen sind in vollem Gange, viele sind bereits vorüber. Mancher Sieg wurde errungen, manche Niederlage musste verkraftet werden. Doch wie schön ist es zu wissen, dass wir gemeinsam für unsere Sache gekämpft haben, für die Werte und Normen, zu denen wir als Christliche Gewerkschaft stehen.

Als Christliche Gewerkschaft sind uns die christlichen Werte, die auf der Würde eines jeden Menschen basieren, besonders wichtig. Es sind gegenseitiger Respekt, Solidarität, Wahrheit, Treue, Barmherzigkeit und Versöhnungsbereitschaft – Tugenden und Moralvorstellungen, welche die gelebte Verantwortungskultureiner Gesellschaft ausmachen. Es sind diese Werte, die für eine ältere Generation ganz selbstverständlich waren und die heute in einer sich immer schneller drehenden und leistungsorientierten Welt irgendwie abhanden gekommen sind. Heute wird allzu oft geklagt über den Verfall der Werte in unserer Gesellschaft. Auch der Zusammenhalt untereinander wird in der Arbeitswelt oft kläglich vermisst. Viele sind zum Einzelkämpfer mutiert. Dann heißt es viel zu oft: allein gegen Gott und die Welt, hauptsache man erreicht seine ureigenen Ziele. Es lohnt sich, der Versuchung zu widerstehen und nicht dem kurzfristigen Gewinn hinterherzujagen. Dies gilt für Arbeitgeber
wie für Arbeitnehmer, denn erstens ist bei einer eventuellen Niederlage keiner mehr da, der einen auffängt und zweitens ist ein errungener Sieg doch doppelt so schön, wenn man ihn teilen kann. Auch diese Erfahrung wurde sicher wieder vielen bei den Betriebsratswahlen 2010 bewusst. Wir haben gemeinsam gesiegt und gemeinsam verloren. Am Ende ist doch der Einzelkämpfer der große Verlierer. Vielleicht haben dies mittlerweile auch einige erkannt und sehnen sich wieder nach diesen Werten und Normen, nach Zusammenhalt, Rückhalt und Geselligkeit, all dem was die CGM ausmacht.

Eine Gemeinwohlorientierung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, ist das was wir brauchen und als eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft,
Gewerkschaften und Kirchen zu verstehen. Wir brauchen eine neue Kultur des Miteinanders, die Toleranz, Vertrauen, Souveränität und Verständnis bedingt! Wir schreiten dem mit gutem Beispiel voran.Nicht jeder kann dem immer und überall gerecht werden, dennoch hängt es vom Versuch ab. Wir können nicht erwarten, dass man uns mit Tugend und Respekt begegnet, wenn wir dies nicht selbst unserem Gegenüber entgegenbringen.

Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Vertrauen, das sind die Werte, für die wir stehen wollen und
für die es sich einzusetzen lohnt.

Carolin Hänßler