DGZ Ausgabe September / Oktobert 2012
Titelthema

Azubi-Maßnahmenpaket
Investition in die Zukunft

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein bisschen mehr Lob, ein bisschen mehr Anerkennung für die geleistete Arbeit, das Verständnis und den Glauben, dass aus Fehlern gelernt werden kann, das wünscht sich so mancher Mitarbeiter. Aus einer Studie zur Arbeitsmotivation, die
die Stellenbörse StepStone und die Unternehmensberatung Haygroup in Auftrag gaben, geht deutlich hervor, dass ein gutes Arbeitsklima den Mitarbeitern am wichtigsten ist. Im Rahmen der Studie wurden 18.000 Fach- und Führungskräfte befragt.

80 Prozent der Befragten gaben an, dass ein kollegiales Arbeitsklima und der Spaß an der Arbeit an erster Stelle stehen. Fast ebenso wichtig ist für Arbeitnehmer, dass die Tätigkeit den eigenen Talenten und Fähigkeiten entspricht. Das gaben 66 Prozent der Befragten an. Weitere wichtige Themen waren unter anderen die Sicherheit des Arbeitsplatzes, Work-Life-Balance, Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten sowie die Möglichkeit zur Weiterbildung. Einen fairen Vorgesetzten, der seine Mitarbeiter fördert, wünschen sich 53 Prozent der Studienteilnehmer.

Aus diesen Zahlen wird deutlich: Führungskräfte tragen nicht nur die Verantwortung für eine gute Bilanz des Unternehmens. Der gesamte Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit der Personalverantwortung. Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz und ein gutes kollegiales Arbeitsklima sind immer auch auf den Führungsstil des Vorgesetzten zurückzuführen. Ein starkes Unternehmen braucht in der Tat eine starke Führungskraft, oft sogar mehrere, aber was es vor allem braucht, sind starke und motivierte Mitarbeiter. Es gibt genügend Studien, die eindrucksvoll beweisen, wie viel besser und effektiver die Arbeitsleistung ausfällt, wenn sich der Arbeitnehmer als Teil des Unternehmens empfindet und hochmotiviert ist.

Es ist das alte Lied der Führungskräfte, dass ihre Mitarbeiter viel zu unmotiviert sind und der Laden ohne die starke Hand von oben nicht laufen würde. Es liegt jedoch vor allem in der Verantwortung der Führungskräfte, Mitarbeiter zu motivieren. Leider beklagen Arbeitnehmer immer wieder die fehlende Anerkennung ihrer Leistungen. Wobei Fehler, nach der Ansicht der Arbeitnehmer, nie unkommentiert bleiben. Die Einsicht, dass Fehler nie mit böser Absicht begangen werden, vertreten Führungskräfte scheinbar zu wenig offensiv. Das fehlende Vertrauen in die Mitarbeiter ist ein weiterer Punkt, den Arbeitnehmer als Motivationskiller beschreiben.

Einem Mitarbeiter eine Problemlösung hingegen eigenständig zu überlassen zeigt das in den Arbeitnehmer gesetzte Vertrauen in sein Können, seine Leistung und seine Motivation. Dieses Vertrauen macht sich bezahlt. Mitarbeiter fühlen sich respektiert und geschätzt. Das fördert die Motivation und die Bindung an das Unternehmen; in Zeiten des Fachkräftemangels ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ein wenig mehr Lob und Anerkennung ist für Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer ein Gewinn.

Carolin Hänßler
Chefredaktion DGZ