Beim Jobabbau in der saarländischen Stahlindustrie ist noch kein Ende in Sicht. Nach Kurzarbeit will die Stahl-Holding-Saar jetzt weitere Stellen streichen. Ein harter Schlag nicht nur für die Industrieregion Saar, sondern eine nachhaltige Schwächung für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland.

Stuttgart, 01.10.2019

Die Krise in der Stahlbranche trifft das Saarland hart: In den kommenden drei Jahren sollen bei den beiden Unternehmen Saarstahl und Dillinger Hüttenwerke sowie deren Tochterfirmen etwa 1500 Stellen abgebaut und weitere 1000 Arbeitsplätze an externe Dienstleister ausgelagert werden. Am Ende könnten in der gesamten Stahlbranche sowie bei ihren Zulieferern bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die weltweit führende Stellung von Saarstahl und Dillinger Hütte verdankt sich in hohem Maße dem Fachwissen ihrer Mitarbeiter, deren Familien oft schon seit Generationen in beiden Betrieben arbeiten. Ein Wegfall ihrer Arbeitsplätze hat negative Langzeitfolgen für die weltweite Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands! Ihre Arbeitsplätze müssen in unser aller Interesse deshalb auch in Zukunft sicher sein!

Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) kommentiert:

Hintergrund für die Entscheidung bei der Saarstahl ist eine anhaltende Krise in der gesamten europäischen Stahlbranche. Diese ist mitverursacht durch gestiegene Produktionskosten als Folge des Systems mit den CO2-Zertifikaten. Die saarländische Stahlindustrie hat in den vergangenen Jahren viel für C02-reduzierende Produktionsmaßnahmen getan. Allein innerhalb der Stahl-Holding-Saar (SHS) wurden in den letzten 10 Jahre mehr als 500 Millionen Euro in Umweltschutzmaßnahmen investiert. Nun droht den saarländischen Hütten vor allem durch unfähr wettbewerbsverzerrende Dumping- und Subventionsmaßnahmen im Ausland das Aus. Deshalb muss jetzt alles getan werden, um den saarländischen Stahl-Standort auch in der Zukunft zu erhalten. Saarländischer Hochleistungsstahl ist qualitativ hochwertig und deshalb zukunftsfähig! Er wird sauberer und sozialer produziert als subventionierter Stahl aus dem Ausland. Alle Beteiligten aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und den übrigen gesellschaftlichen Gruppen sind in dieser Situation aufgefordert, sich mit aller Entschlossenheit für den Erhalt des saarländischen Stahlstandortes und seiner hochqualifizierten Arbeitsplätze einzusetzen!

 

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